Geburtstrauma - Warum alte Erfahrungen hochkommen
Sie sagte zu mir: „Sie haben einfach angefangen, obwohl ich noch alles gespürt habe. Die Anästhesie hatte noch gar nicht richtig eingesetzt. Es war ein Horror – das lässt mich bis heute nicht mehr los.“
„Niemand hat wahrgenommen, was mit mir passiert.“
Solche Geschichten begegnen mir in meiner Arbeit immer wieder. Die betroffenen Frauen fragen sich: Warum passiert mir so etwas? Es war doch schon schwer genug – warum hat mich niemand ernst genommen?
Wenn du dich in diesen Worten wiedererkennst, ist dieser Artikel für dich.
Geburtstrauma verarbeiten – warum es mehr braucht als Zeit
Geburt ist ein intensiver körperlicher und emotionaler Prozess. Eine Grenzerfahrung, die nicht nur ein Kind auf die Welt bringt – sondern sehr oft auch alte Erfahrungen aus dem früheren Leben ans Licht befördert.
In diesen Momenten reagiert unser Nervensystem schneller, als wir denken können. Wenn es Gefahr wahrnimmt, aktiviert es alte Schutzprogramme. Programme, die tief im Körper verankert sind – und die nicht einfach verschwinden, wenn die Geburt vorbei ist.
Die Geschichte von Anja: Nicht wahrgenommen werden
Was Anja erlebt hat, zieht sich wie ein roter Faden durch viele Geschichten, die mir Frauen erzählen. Dieses Gefühl: Ich bin da. Ich spüre alles. Und trotzdem nimmt mich niemand wahr.
Manchmal ist es dieses Unsichtbar-Sein, das die tiefste Wunde hinterlässt. Nicht nur der Schmerz selbst – sondern dass niemand ihn gesehen hat.
Die Geschichte von Nicole: Schmerz, Kontrollverlust und Panik
Ich erinnere mich an eine andere Frau – nennen wir sie Nicole. Ich durfte sie bei der Geburt ihres ersten Kindes begleiten. Die Geburt verlief ruhig. Keine Komplikationen. Keine Verletzungen. Aus fachlicher Sicht war es eine schöne Geburt.
Zwei Jahre später meldete sie sich wieder bei mir. Sie war erneut schwanger. Und gleich zu Beginn unseres Gesprächs sagte sie:
„Ich habe Horror vor der Geburt.“
Ich war ehrlich gesagt sehr erstaunt. Als wir länger darüber sprachen, wurde deutlich, wie sie diese Geburt erlebt hatte. Nicole erzählte, dass sie sich während der Wehen völlig überwältigt gefühlt hatte. Vor allem die Schmerzen hatten sie an eine Grenze gebracht. Sie hatte das Gefühl, komplett die Kontrolle zu verlieren. Sie beschrieb es einmal so:
„Ich fühle mich seit dieser Geburt nicht mehr ganz.“
Anja und Nicole – zwei Frauen, zwei verschiedene Erfahrungen. Und doch dasselbe Thema: Ein Moment, der größer war, als sie tragen konnten. Ein Moment, in dem ihr Inneres etwas gerufen hat – und niemand geantwortet hat.
Warum Frauen in der Geburt schweigen
In Gesprächen höre ich immer wieder, wie sehr Frauen darunter leiden, nicht ernst genommen worden zu sein. Sie spüren während der Geburt sehr genau, was in ihnen vorgeht. Manchmal merken sie, dass etwas für sie gerade nicht stimmt. Und trotzdem sagen sie nichts.
Erst viel später fragen sie sich: Warum habe ich damals nichts gesagt?
Die Antwort hat oft eine lange Vorgeschichte. Viele Frauen haben sehr früh gelernt, ihre Gefühle zurückzustellen.
Ein Kind ist traurig. Ein Erwachsener sagt: „Das ist doch nicht so schlimm.“
Ein Kind ist wütend. Es hört: „Jetzt stell dich nicht so an.“
Ein Kind hat Angst. Man sagt ihm: „Du brauchst keine Angst zu haben.“
Das Kind spürt etwas sehr deutlich. Gleichzeitig erlebt es, dass dieses Gefühl keinen Platz hat. Mit der Zeit lernt es sich anzupassen. Es wird ruhig. Es wird brav. Es nimmt sich zurück. Für ein Kind ist Bindung überlebenswichtig – darum entwickelt es Strategien, die diese Bindung schützen.
Geburtstrauma verarbeiten beginnt mit Verstehen
Wenn unser Nervensystem alte Muster gespeichert hat – das Anpassen, das Schweigen, das Aushalten – dann stehen diese Muster auch in der Geburt zur Verfügung.
Ein klares Nein kommt nicht. Das Einstehen für sich selbst kommt nicht.
Auch dann nicht, wenn die Hebamme schlecht gelaunt ist.
Auch dann nicht, wenn die Ärztin nicht bemerkt, wie es uns wirklich geht.
Das ist keine Schwäche. Das ist das Nervensystem, das tut, was es gelernt hat.
Wenn wir beginnen zu verstehen, was im Körper passiert ist, verändert sich oft der Blick auf das eigene Erleben. Viele Frauen entdecken dann Schritt für Schritt wieder Sicherheit – und einen neuen Zugang zu sich selbst.
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Dein Nervensystem arbeitet auf Basis von dem, was es gelernt hat.
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